Hpro+: Handprothese aus dem 3D-Drucker, ein Charity-Projekt aus dem 3D-Netzwerk (2016)

3D-Druck · Medizin · Charity

Handprothese Hpro+ aus dem 3D-Drucker

2016 haben EXCIT3D und der Wirtschaftsinformatiker Rainer Martin mit Partnern aus dem 3D-Netzwerk eine bewegliche Handprothese aus dem 3D-Drucker entwickelt. Sie war für einen Mann in der Dominikanischen Republik bestimmt, der nach einem Unfall ohne rechten Unterarm lebt, und sollte zu geringen Kosten entstehen.

Initiator
Rainer Martin
Partner
Köppchen, AUMAT, Indmatec
Steuerung
Tastatur, Sprache, Muskelimpuls
Material
Hochleistungskunststoff

Das Projekt

Im Projekt Hpro+ arbeiteten EXCIT3D und der Wirtschaftsinformatiker Rainer Martin 2016 mit weiteren Mitgliedern des 3D-Netzwerks zusammen, um eine voll bewegliche High-Tech-Handprothese zu geringen Kosten für einen Menschen in der Dominikanischen Republik zu bauen. Neu an der Prothese ist, dass sie sich über mehrere Bedienelemente steuern lässt und die Fingerglieder aus Hochleistungskunststoff bestehen.

Wie es begann

Einige Wochen vor diesem Beitrag erhielt EXCIT3D einen 3D-Druckauftrag von Rainer Martin. Die zu druckenden Teile entpuppten sich als Glieder einer Handprothese. Im Urlaub in der Dominikanischen Republik hatte sich der Düsseldorfer mit einem Einheimischen angefreundet, der seit einem Unfall ohne rechten Unterarm lebt. Rainer Martin hatte die Idee, für ihn eine voll bewegliche, steuerbare Handprothese herzustellen. Entsprechende Modelle kannte er als Open-Source-Projekte; seine Ausbildung und handwerkliches Geschick sollten bei der Umsetzung helfen.

Ein Charity-Projekt im Netzwerk

Werner Koch von EXCIT3D (vormals trendlog 3D), zugleich Koordinator des Netzwerks 3D-Druck Solingen, wollte die Expertise im Netzwerk nutzen und Unternehmen einbinden, die fachlich etwas beitragen können. Ein Anruf bei Geschäftsführerin Miriam Gatawetzki-Köppchen vom Sanitätshaus Köppchen genügte, und der erste Partner war dabei. Auch die Geschäftsführer des Solinger Maschinenbauers AUMAT und des 3D-Druck-Materialspezialisten Indmatec aus Karlsruhe sagten ihre Mitarbeit zu.

Bald entstand eine weitere Idee: Prothesen dieser Art sollten überall auf der Welt, wo sie gebraucht werden, einfach und kostengünstig vor Ort gedruckt werden können. Nicht weit von der Dominikanischen Republik liegt Haiti mit seinen vielen Erdbebenopfern. Weltweit leben Menschen, darunter viele Kinder, die durch Naturkatastrophen, Kriegswaffen und Landminen Arme oder Beine verloren haben und meist aus finanziellen und logistischen Gründen keine brauchbare Prothese erhalten.

Das erste Treffen

3D-gedruckte Teile der Handprothese Hpro+
3D-gedruckte Teile der Handprothese. © EXCIT3D GmbH

Kurz nach dem ersten Kontakt trafen sich die Projektmitglieder in der Orthopädie-Werkstatt des Sanitätshauses Köppchen in Solingen-Ohligs. Achim Ihlefeld, technischer Leiter von AUMAT, hatte bereits Teile der Hand gedruckt und mitgebracht.

Thomas Gatawetzki-Köppchen (Geschäftsführer) und Sascha Gevelhoff (Vertriebsleiter) brachten die orthopädietechnische Sicht ein; Rainer Martin erläuterte, was die Prothese auszeichnen soll.

Drei Arten der Steuerung

  1. 01
    Über eine auf der Prothese angebrachte Tastatur
  2. 02
    Per Sprachbefehl
  3. 03
    Per Druckimpuls aus dem Armstumpf (Muskelkontraktion)

Werner Koch ergänzte einen weiteren Gedanken: Ließe sich aus dem fehlenden Unterarm sogar ein Vorteil machen?

Die Beteiligten

Rainer Martin
Initiator, Entwicklung, Programmierung
Sanitätshaus Köppchen
Orthopädietechnik
AUMAT Maschinenbau GmbH
3D-Druck, Engineering
EXCIT3D GmbH
Projektkoordination, 3D-Druck
Indmatec GmbH
3D-Druckmaterial, 3D-Druck

Stand im April 2016 und wie es weiterging

Inzwischen war in der Dominikanischen Republik ein Gipsabdruck erstellt worden, die ersten Funktionen waren umgesetzt, und die Handprothese nahm Formen an. Im Mai 2016 war sie fertig zur Anprobe. Das Netzwerk 3D-Druck Solingen war im Mai 2015 als offenes Netzwerk gestartet. Rainer Martin war später als Entwickler bei EXCIT3D tätig, etwa bei der Digital Twin Search. Mehr zu 3D-Druck in der Medizin: Healthcare und 3D-Druck.

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Projekt anfragen

Häufige Fragen

Für wen war die Prothese gedacht?

Für einen Mann in der Dominikanischen Republik, der seit einem Unfall ohne rechten Unterarm lebt; Rainer Martin hatte ihn im Urlaub kennengelernt.

Wie sollte sich die Prothese steuern lassen?

Auf drei Arten: über eine Tastatur auf der Prothese, per Sprachbefehl und per Druckimpuls aus dem Armstumpf (Muskelkontraktion).

Wer war beteiligt?

Rainer Martin, das Sanitätshaus Köppchen, AUMAT Maschinenbau, Indmatec, EXCIT3D und das Netzwerk 3D-Druck Solingen.

Mehr zum Thema: Hpro+ fertig zur Anprobe · Netzwerk 3D-Druck Solingen · Healthcare · 3D-Druck. Themen: 3D-Druck, Prothese, Medizin, Charity, Netzwerk, Orthopädietechnik

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