Mit der App DOM:digital macht die EXCIT3D GmbH den vor über 200 Jahren abgerissenen Goslarer Dom digital wieder erlebbar. Besucherinnen und Besucher können die Stiftskirche St. Simon und Judas heute über Smartphone oder Tablet virtuell betreten, erkunden und ihre Geschichte interaktiv entdecken. Mit enormem Besucherandrang wurde am 15. November 2025 die neue App in der Kaiserpfalz Goslar vorgestellt. Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner gab den offiziellen Startschuss: „DOM:digital verbindet historische Wissenschaft mit moderner Technologie. Ich freue mich, dass wir den Goslarer Dom für alle Generationen wieder sichtbar und erlebbar machen können.“
Die Besucher hatten die Möglichkeit, per VR-Brille oder Smartphone in 360°-Szenen im Mittelschiff des Doms, im Kirchenchor und in der Krypta immersiv zu erleben. Einige der Gäste waren so tief eingetaucht in das Geschehen, dass sie auch nach 15 Minuten nicht bereit waren, die VR-Brillen an den Nächsten weiterzugeben. Die Begeisterung war spürbar: Von Schulklassen über Geschichtsinteressierte bis hin zu Seniorengruppen – alle Generationen fanden einen Zugang zur faszinierenden Geschichte des Doms. Die technische Umsetzung ermöglicht es, dass Nutzer nicht nur passive Betrachter sind, sondern aktiv durch die historischen Räume navigieren und Details selbst entdecken können.
Goslar, 15. November 2025 – Die Stadt Goslar präsentiert mit DOM:digital ein innovatives Vermittlungskonzept, das historische Rekonstruktion, interaktives Storytelling und Gamification verbindet. Die App wurde im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ realisiert.
Projektüberblick
DOM:digital kombiniert virtuelle Rekonstruktion, interaktive Storytelling-Elemente und Gamification zu einer innovativen Form der Geschichtsvermittlung:
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360°-Rundgang durch den rekonstruierten Innenraum des Doms mit hochauflösenden, physikalisch korrekten Darstellungen
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Interaktive Zeitreise mit Baumeister Ilse ins Jahr 1813 – ein narrativ geführter Rundgang durch eine historische Reliquienschau
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Escape-Game mit Fledermaus Lunar für Kinder und Jugendliche – spielerisches Lernen durch Rätsel und Sammel-Elemente
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Historischer Zeitstrahl von den Anfängen bis zum Abriss des Doms – kompakt aufbereitet mit interaktiven Informationspunkten
Die App wurde im Rahmen des Förderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ für die Stadt Goslar umgesetzt und bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Kaiserpfalz vorgestellt. Das Projekt zeigt exemplarisch, wie digitale Technologien zur Vermittlung kulturellen Erbes eingesetzt werden können und dabei nicht nur Wissen vermitteln, sondern echte Begeisterung für Geschichte wecken.
Virtuelle Zeitreise durch den Goslarer Dom
Die Zeitreise führt Nutzerinnen und Nutzer in ein historisch rekonstruiertes Szenario des Jahres 1813. Der virtuelle Baumeister Ilse erscheint als interaktiver Guide und begleitet die Besucher durch eine atmosphärisch dichte Inszenierung. Die User tauchen in eine historische Szene aus dem späten Mittelalter ein – eine Reliquienschau, die zu den bedeutendsten religiösen Ereignissen der damaligen Zeit gehörte. Diese Ereignisse zogen Pilger aus ganz Europa an und waren von enormer religiöser und wirtschaftlicher Bedeutung für die Region. Die historische Figur des Baumeisters wurde bewusst als Vermittler gewählt, um komplexe architektonische und liturgische Zusammenhänge verständlich zu erklären.
Baumeister Ilse führt durch die Reliquienschau, erklärt die Exponate und deren religiöse Bedeutung. Man bewegt sich durch den Dom, der gefüllt ist mit Personen aus dem Mittelalter, hört den Gesang und die Gebete der Domherren und sieht den berühmten Krodoaltar in seiner vollen Pracht leuchten. Die Atmosphäre wird durch räumlichen Sound, authentische Lichtführung und detaillierte Charakteranimationen zum Leben erweckt. Besonders eindrucksvoll ist die Simulation des Kerzenlichts, das durch die farbigen Kirchenfenster bricht und dynamische Schattenmuster auf den Steinboden wirft.
Die gesamte Szene basiert auf einem 3D-Modell mit physikalisch basierter Beleuchtung, das aus historischen Plänen, perspektivischen Zeichnungen und Quellen des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Nutzer bewegen sich durch interaktive Kamerapunkte und können selbst entscheiden, welche Details sie genauer betrachten möchten. So entsteht ein narrativ geführter Rundgang, der technische Rekonstruktion und historische Erzählung miteinander verbindet. Jedes architektonische Element wurde sorgfältig recherchiert und mit Historikern abgestimmt, um ein möglichst authentisches Bild der damaligen Zeit zu zeichnen.
Bei der technischen Umsetzung entwickelte das EXCIT3D-Team eine optimierte Rendering-Pipeline, die hochauflösende Texturen auf mobilen Endgeräten darstellen kann. Dabei kamen Level-of-Detail-Techniken zum Einsatz, um eine flüssige Performance zu gewährleisten. Unsichtbare Trigger-Zonen aktivieren kontextabhängige Audio-Kommentare des Baumeisters Ilse, sodass Nutzer automatisch relevante Informationen erhalten, wenn sie sich bestimmten Objekten nähern. Die Sprachausgabe wurde professionell vertont und mit räumlichem Audio versehen, sodass die Stimme je nach Position im virtuellen Raum unterschiedlich wahrgenommen wird. Diese nicht-lineare Erzählstruktur ermöglicht es jedem Besucher, sein eigenes Tempo zu bestimmen und individuelle Interessenschwerpunkte zu setzen.
Spielerisches Lernen mit Lunar
Das kindgerechte Modul rund um Fledermaus Lunar wurde als interaktives Mini-Game konzipiert, das Wissensinhalte über spielmechanische Strukturen vermittelt. Lunar führt junge Besucher auf eine spannende Entdeckungsreise durch den Dom und macht Geschichte zum Abenteuer.
Dazu gehören:
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Aufgaben- und Rätselsystem das Schritt für Schritt durch relevante Objekte im Dom führt und historisches Wissen spielerisch vermittelt
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Punktesystem und Sammel-Elemente die Lernfortschritte sichtbar machen und zur weiteren Erkundung motivieren
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Sprach- und Textbausteine die Fachbegriffe in kurze, leicht verständliche Einheiten übersetzen und altersgerecht aufbereiten
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Visuelle Interaktionen (Highlighting, Icons, Animationen), die gezielt auf historische Details lenken und Zusammenhänge verdeutlichen
Das Spiel ist komplett in die DOM:digital-Architektur integriert und nutzt dieselbe Modell- und Szenenstruktur wie der Rundgang – dadurch entsteht ein konsistentes, barrierearmes Nutzungserlebnis für jüngere Zielgruppen. Erste Tests mit Schulklassen zeigten eine hohe Motivation und Lernbereitschaft: Die Kinder waren durchschnittlich 25 Minuten mit dem Spiel beschäftigt und konnten anschließend erstaunlich detaillierte Fakten über den Dom wiedergeben.
Technische Umsetzung
Für DOM:digital hat EXCIT3D zentrale Kompetenzen in den Bereichen 3D-Modellierung, Echtzeitgrafik und App-Entwicklung gebündelt:
3D-Modellierung & Visualisierung
- Detailliertes 3D-Modell Erstellung eines hochauflösenden Modells auf Basis historischer Quellen und archäologischer Befunde
- PBR-Materialien Physically Based Rendering für realistische Oberflächen und Lichtreflexionen
- 360°-Panoramen Sphärische Panoramen und interaktive Kamerafahrten für immersive Erlebnisse
Interaktive App-Logik
- Modulbasierte Struktur Flexibles System mit separaten Modulen für Rundgang, Zeitreise, Escape-Game und Zeitstrahl
- Zustandsverwaltung Intelligentes System für Spielfortschritt, abgeschlossene Aufgaben und Nutzer-Präferenzen
- Dynamische UI-Elemente Kontextsensitive Benutzeroberfläche, die Inhalte situativ ein- oder ausblendet
Mobile App-Entwicklung
- Cross-Platform Umsetzung für Smartphones und Tablets (iOS / Android) mit nativer Performance
- Performance-Optimierung Flüssige Darstellung auf mobilen Endgeräten verschiedenster Leistungsklassen
- Intuitive Bedienung Natürliche Navigation über Touch-Gesten, Bewegungssensoren und Gyroscope
Zusammenarbeit und Mehrwert
Die Umsetzung von DOM:digital erfolgte in einem klar definierten, iterativen Abstimmungsprozess zwischen EXCIT3D und der wissenschaftlichen Leitung der Kaiserpfalz Goslar und des Goslarer Museums, Dr. Jan Habermann (Fachbereich Kultur der Stadt Goslar). Durch regelmäßige Abstimmungsrunden und enge Zusammenarbeit wurde sichergestellt, dass die technische Umsetzung höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügt und gleichzeitig ein zeitgemäßes, benutzerfreundliches Erlebnis bietet.
Das Ergebnis ist eine modulare, erweiterbare App, deren technische Grundlage zukünftige Ergänzungen – etwa neue Szenen, Inhalte oder Interaktionsformen – problemlos ermöglicht. Damit entsteht ein nachhaltiges digitales Angebot, das das kulturelle Erbe der Stadt zeitgemäß zugänglich macht und auch in den kommenden Jahren weiterentwickelt werden kann. Die Architektur der App ist so konzipiert, dass neue Module oder Inhalte ohne großen Aufwand hinzugefügt werden können – ein wichtiger Aspekt für die Zukunftsfähigkeit des Projekts.
Verfügbarkeit: DOM:digital ist ab sofort kostenlos im App Store und Google Play Store verfügbar. Die App richtet sich an alle, die den Goslarer Dom virtuell erkunden und seine Geschichte interaktiv erleben möchten – ob vor Ort in Goslar oder von zu Hause aus.
EXCIT3D ist stolz darauf, mit seiner Expertise in der 3D-Visualisierung, App-Entwicklung und interaktiven Technologien einen wesentlichen Beitrag zu diesem bedeutenden Projekt geleistet zu haben. Die Kombination aus wissenschaftlich fundierter historischer Aufarbeitung und modernster Technologie schafft ein einzigartiges digitales Erlebnis, das informiert, fasziniert und zum aktiven Entdecken einlädt.
Impressionen aus DOM:digital
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